Kia about Kat

Kat habe ich im September 2009 kennengelernt, weil ich mich mit einer Freundin zum Kaffee verabredet hatte. Diese Freundin war zu diesem Zeitpunkt auch meine Friseurin und bei einem Friseur in Duisburg angestellt, zu dem auch Kat geht. Kat und ich hatten uns dort aber noch nie gesehen. Aber Kat war nun auch genau in diesem Café mit einer anderen Freundin verabredet und Kat kannte natürlich auch meine Freundin. Also begrüßten wir uns alle und ich sagte noch scheinheilig erstaunt zu Kat „Wir kennen uns doch auch irgendwo her.“ Zu dem Zeitpunkt war mir bereits sonnenklar, dass wir auf derselben Schule waren – sie ein oder zwei Jahrgänge über mir. Kat flötete direkt „Ja, vom Hildegardis.“ Mir war Kat damals in der Schule schon aufgefallen und sie war früher schon für mich ein Mädchen, mit der ich gerne befreundet gewesen wäre, aber wer geht schon zu einer aus einem höheren Jahrgang und sagt, „Hallo, ich will deine Freundin sein.“ – eben, ich nicht. Jetzt in der „Gegenwart“ schickte Kat mir über Facebook eine Freundschaftsanfrage, auf die ich erst mal konterte, dass ich nur mit Leuten bei Facebook befreundet sei, die ich auch im echten Leben kenne – was auch bis heute stimmt. Kat fand das total gut und so beschlossen wir, uns kennen zu lernen.

Guter Kaffee – gute Freundschaft

Eine ganze Zeit lang trafen wir uns jeden Samstag zum Kaffee in unserem damaligen Lieblings-Café in der Duisburger Innenstadt: Rausch. Ich fand Kat so toll, dass ich sie schnell Rouven und unserer gemeinsamen besten Freundin Suse vorstellte. Daraufhin hatten wir samstags oft gemeinsame Kaffeetrinkarien – bis das Café irgendwann den Besitzer wechselte und sowohl der Kaffee als auch das Publikum schlechter wurde. Wir mussten also umziehen – und so kam es, dass wir uns erstmalig alle bei Rouven und mir zu Hause trafen: somit war die nächste Stufe unserer Freundschaft erreicht und Kaffee gab es bei uns zu Hause auch.

Mit der Zeit lernte ich Kat immer besser kennen. Da sie mir anfangs natürlich nur durch ihr Äußeres auffallen konnte – sie ist athletisch oder zumindest gut trainiert und in meinen Augen perfekt; ein wenig wie eine Katze: stark, schnell und präzise – hatte ich nun festgestellt, dass ihr Äußeres auch ihr Inneres spiegelt. Denn auch mental ist Kat stark; darüber hinaus denkt und redet sie schnell und kann Dinge auf den Punkt bringen – präzise. Kat spricht über alles, egal ob Mädchenkram wie Klamotten, Frisur, MakeUp, ihr Leben in Beziehungen zu bestimmten Menschen (Eltern, Bruder, Freunde, Verein) oder aber eben auch über sich und mich: unsere Freundschaft. Kat ist laut und hat eine klare Meinung, die sie auch ebenso deutlich vertritt – dabei ist sie aber nicht stur. Wenn man gute Argumente bringt, kann man sie auch umstimmen. Kat ist ehrlich und direkt und spricht auch Probleme an. Einmal hatten wir so eine ganz gewaltige Spannung zwischen uns. Von der ich nicht wusste, woher die plötzlich kam. Sie sprach es an. Erst fühlte ich mich extrem vor den Kopf gestoßen, doch dann haben wir uns getroffen und darüber gesprochen – und plötzlich hatten wir gar kein Problem mehr miteinander, stellten stattdessen fest, dass es eine Verkettung von Missverständnissen war. Von Kat habe ich quasi gelernt, Dinge anzusprechen – zumindest bei Freunden, bei denen ich weiß, dass sie dafür zugänglich sind.

Körper und Geist

Kat ist super sportlich. Schon direkt zu Anfang habe ich festgestellt, dass sie läuft – und zwar nicht einfach so wie ich ein wenig um den Häuserblock, sondern Marathon. Es ist nicht so, dass Kat viel darüber spricht, man bekommt es irgendwann einfach mit. Kat und Laufen gehört einfach zusammen, so wie für uns Normalos Atmen schon mal ganz gut ist. Und Kat läuft schnell. So schnell, dass ich sie nie gefragt habe, ob wir mal zusammenlaufen könnten, denn eine Runde mit mir wäre für sie maximal die Aufwärmphase. Natürlich machen wir trotzdem ab und an den ein oder anderen Lauf zusammen. Jedenfalls hat sie mich damals ermutigt, nachdem ich aus Termingründen mit Pilates aufgehört hatte, mich auf einen Halbmarathon vorzubereiten. Und bei dem sind wir auch beide gestartet: mit dem Unterschied, sie läuft ihn ganz locker – wollte sich nicht anstrengen – in 1:45 Std und ich in 2:13 Std. Und so ist es irgendwie mit allem, was mit Sport zu tun hat. Sie ist so ein kleiner Überflieger. Damit meine ich aber nicht, dass sie nicht ebenso fokussiert auf etwas hinarbeitet. Für sie sind es neben dem Beruf genau so große Kraftakte – mental und körperlich – sich zum Training zu motivieren und das durchzuziehen. Nur dass sie eben im Vergleich zu mir auf einem viel höheren Niveau trainiert.

Freundschaft vergleicht nicht

Zwischen Kat und mir ist schnell eine Freundschaft und mit der Zeit eine einzigartige, tiefverbundene Freundschaft entstanden. Natürlich könnten wir uns vergleichen, tun wir aber nicht. Oder besser gesagt: durch Kat habe ich gelernt, dass Vergleichen nichts bringt. Wir sind so unterschiedlich, obwohl wir so viele gemeinsame Interessen und Hobbies haben. Aber genau das macht unsere Freundschaft so besonders: wir mögen uns gegenseitig so wie wir sind. Wir sind uns einander wichtig. Und wir wollen, dass es der jeweils anderen gut geht.

Kat ist eine Person, auf die ich mich verlassen kann, wenn es wirklich drauf ankommt. Selten aber eben doch manchmal, wenn man sich verabredet hat, kann es auch vorkommen, dass sie einen sitzen lässt, aber das ist nie böse gemeint, das ist ihr dann einfach so passiert. Mit der Zeit habe ich gelernt, darüber nicht sauer zu sein. Denn wenn wirklich etwas Wichtiges ist, dann ist sie da: wenn nicht vor Ort, dann zumindest am Telefon.

Kat ist gerne vor Ort. Kat kuschelt sich auch gerne einfach mit aufs Sofa und wir gucken irgendwelche Serien oder peinliche TV Formate, bei denen man niemals zugeben würde, sie zu gucken. Kat ist eine Person, die fast jede Facette meines Lebens kennt; sie nimmt Anteil und ist sehr aufmerksam. Sie ist immer da, ohne besitzergreifend zu sein. Sie pusht mich, ohne Druck auszuüben. Sie bringt mich zum Lachen und sie stärkt mich und sie lässt mich allein, wenn sie weiß, dass ich schmollen muss – eigentlich ist sie neben Lilli und Lulu meine dritte Katze – meine Kat.