Silvesterlauf – Das Jahr ist gelaufen

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Silvesterlauf

2019 ist gelaufen – mehr oder weniger gut, definitiv nicht immer wie erhofft oder geplant, aber wenigstens habe ich es mit einem Lauf abgeschlossen.

Christina – my partner in crime – hatte dankenswerter weise auch meine Startnummer schon einen Tag vorher abgeholt, so dass wir uns ganz entspannt erst um 11 Uhr zum Lauf in Neuss Uedesheim getroffen haben, ohne uns in die lange Anmeldeschlange zu stellen. Das hatte den Vorteil, dass die Dixi-Schlange noch sehr kurz war, was wir auch direkt ausnutzten – wer schon mehr von mir gelesen hat, kennt das ja mit mir und der Aufregung und so. Nach einem entspannten Einlaufen, stellten wir uns dann an den Start. Irgendwohin, wo wir dachten, dass man da noch recht zügig davon kommt. Weit nach vorne kamen wir zwar nicht mehr, aber immerhin auch nicht hinten. Zielzeitläufer mit Ballons o.ä. gab es auch nicht, also einfach Pi mal Daumen rein in die Startmasse.

Schon sehr schnell nach dem Start habe ich Christina alleine laufen lassen, denn so schnell wie sie bin ich eh nicht. Außerdem lag ich zwei Wochen vor Weihnachten mit Antibiotika flach und die letzten 3 Monate bin ich nur noch an den Wochenenden zum laufen gekommen und das auch nicht über die 10 km hinaus. Ich hatte quasi nur die wenigen Tage zwischen Weihnachten und Silvester um mich gezielt auf diesen Lauf vorzubereiten. Nicht toll, aber es ist nun mal wie es ist und wenn ich eine Lektion dieses Jahr gelernt habe, dann die, dass man immer das beste versuchen muss aus allem zu machen. Im Leben läuft nichts ideal, oder zumindest nicht alles. Jedenfalls hatte ich mich schon im Vorfeld davon verabschiedet eine neue persönliche Bestzeit zu erreichen – was bei mir verglichen mit gefühlt allen anderen Läufern ja nicht schnell ist, aber natürlich habe ich schon das Ziel, mich zu verbessern.

Tempomat ein – ich hab nen Lauf

Ursprünglich dachte ich mir, dass ich mit einem 6:20er oder 6:30er Schnitt pro Kilometer das Jahr beende, aber dann lief es am Anfang so gut und nach 6 km wollte ich dann auch weiter beißen, denn beißen kann ich. Und ich sage euch, in diesem Lauf war zwischenzeitlich für mich wirklich beißen bzw. alles, nur nicht kapitulieren angesagt: Mich ärgerte auf einmal mein rechtes Knie und dann auch noch beidseitig der untere Rücken bis in die Oberschenkelrückseiten, so dass ich zwischenzeitlich nicht wusste, wie ich vernünftig rund und unverkrampft laufen sollte. Aber zum Glück war ab 7 km wieder alles gut, so dass ich wieder etwas Zeit gut machen konnte.

Grundsätzlich bin ich ganz gut darin mein Tempo zu laufen, für dass ich mich entscheide. Ich fühle mich immer ein wenig, wie wenn ich einen Tempomat eingeschaltet hätte. Es ist mir bisher wirklich noch nie passiert, dass ich ein viel zu schnelles Tempo am Anfang gelaufen bin, dass ich dann nicht in der Lage bin auf die gesamte Strecke durchzuhalten. Ich stelle aber bei jedem Lauf immer wieder erstaunt fest, dass ich etliche Läufer, die am Anfang an mir vorbeikeuchen, ab der Hälfte der Strecke wieder einsammel. Wirklich jedesmal und so auch dieses Mal.

Bei diesem Lauf wusste ich direkt von Anfang an, dass ich ein 5:30er Tempo niemals durchhalten würde. Deshalb habe ich direkt etwas Tempo rausgenommen und der Blick auf meine Zwischenzeiten hat ergeben, dass ich ziemlich konstant mit einem 5:55er Schnitt gelaufen bin, eben bis auf diesen Kilometer 6 mit meinen plötzlichen Wehwehchen.

Kennt ihr das, dass man ein persönliches „Feindbild“ braucht, das man auf jeden Fall besiegen will. Bei diesem Lauf war das neben meinem Schweinehund, eine andere Läuferin und zwar mit der Startnummer 666. Wir haben uns die gesamte Strecke über immer wieder gegenseitig überholt, aber ich wollte auf gar keinen Fall von der „Hölle“ einkassiert werden, also hab ich noch mal im letzten Kilometer einen Zahn zugelegt. Lauf beendet mit einer Zielzeit von exakt eine Stunde. Schneller als ursprünglich von mir geplant, langsamer als meine Bestzeit, aber definitiv an diesem Tag meine bestmögliche Leistung.

Ziel – Jahresrückblick im Schnelldurchlauf

Der Zielbogen ist für mich immer der schönste Anblick. Da kommen mir auch eigentlich immer die Tränen hoch, denn anstrengend ist so ein Lauf ja immer und in meinem Kopf laufen dann die Bilder der doch meist anstrengenden Vorbereitung ab. In diesem Fall, diesem Jahresabschluss Lauf, kamen meine angestauten Emotionen des ganzen vergangenen Jahres hoch, alles was mich gehindert hat, sei es verletzungsbedingt und auch arbeitsbedingt. Und dann natürlich gemischt mit dem Gefühl des Sieges es trotz all dieser Schwierigkeiten, die mich dieses Jahr ausgebremst haben, die mich haben straucheln lassen, geschafft zu haben. Ich habe diesem Jahr jetzt mit diesem Lauf einen guten Abschluss gegeben. Ich habe alles Negative hinter mir gelassen und versuche es auch dort im letzten Jahr zu lassen. Die Erfahrung oder das Gelernte nehme ich aber mit ins neue Jahr und stelle deshalb für mich fest, dass ich dieses Jahr ein ganz gutes Stück gewachsen bin.

Mit diesen Bildern im Kopf und einigen Tränchen im Auge griff ich mir ein Wasser und machte mich auf den Weg zu unserem Treffpunkt, an dem Rouven, Christina und Dominik auf mich warteten.

Kein Rennen ohne Frietjes

Christina hatte kurz vorher Geburtstag und da wir, wie man eigentlich in jedem meiner Rennberichte, bei denen Christina auch am Start war, lesen kann, jedes Rennen mit einer Portion Frietjes abschließen, war nun endlich der Moment gekommen, ihr gebührend einen Team-Pulli zu überreichen. Darf ich vorstellen: Christina und ich sind nun offiziell Team „Swim, Bike, Run & Frietjes“. Wir wissen noch nicht genau, was wir nächstes Jahr alles zusammen machen werden, aber auf jeden Fall wird es danach wie immer Frietjes geben – so wie natürlich auch nach diesem Lauf.

Ach und eins noch, auch wenn im Leben nichts ideal läuft, oder nicht alles, oder möglicherweise auch nur ganz wenig. Ich bin sehr dankbar, dass Rouven für mich ideal ist. Er ist nicht nur die Liebe meines Lebens, sondern auch mein bester Freund, er ist mein Gummiseil, dass mich wegtitschen lässt, wenn ich Luft brauche, Abstand brauche, schmollen muss, schreien muss, Bäume umarmen gehe, alleine für mich sein muss, aber vor allem immer wieder auf den Boden zurückholt und für mich da ist. So, da musstet ihr jetzt durch. Mag vielleicht total kitschig und peinlich oder was auch immer sein, aber ist ja hier mein Blog mit meinen Erfahrungen und meiner ganz persönlichen Sicht und Meinung. Müsst ihr nicht alles gut finden, aber solltet ihr wissen. Und ich wünsche jedem da draußen einen Rouven, im übertragenen Sinne natürlich. Also mindestens eine Person im Leben, die das, was Rouven für mich ist, für euch ist. In diesem Sinne, auf ein frohes neues Jahr.

Eure Kia

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