Viactiv Rhein City Run 2018 – Halbmarathon

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Kia Zieleinlauf

Yeah, auch bei der dritten Ausgabe des Viactiv Rhein City Runs, dem Halbmarathon von Düsseldorf nach Duisburg, war ich am Start. Ich hatte euch von diesem Halbmarathon ja bereits im letzten Jahr berichtet und weil der so schön am Rhein entlang führt und die Strecke so wunderhübsch flach ist, musste ich einfach wieder mitlaufen. Doch diesmal war ich nicht allein am Start, meine Freundin Christina war auch dabei. Allerdings sind wir nicht zusammen gelaufen, weil jede von uns andere Zielzeiten im Sinn hatte.

Zum Start bitte hier entlang

Christina und ich haben uns früh um 8 Uhr am Zielort des Rhein City Runs, dem Steinhof, getroffen, um dann zusammen mit der U-Bahn schön über Land zum Start nach Düsseldorf zu fahren. Die Bahn war rappelvoll mit Läufern, die alle mit dem Tragen der Startnummer freie Fahrt hatte. Christina und ich mampften munter unsere Energieriegel zum Frühstück – wobei munter bei mir nicht wirklich zutrifft. Ihr kennt das bereits aus meinen anderen Wettkampfberichten: Mir war wie immer speiübel. Jede Minute näher zum Start lässt mich blasser und blasser um die Nase werden, das Dixiklo wird zur Zerreißprobe, aber mit dem Startschuss ist alles wieder gut. So natürlich auch diesmal.

Mit der Bahn an der Theodor-Heuss-Brücke angekommen war es noch ein kurzer Fußweg zum Start. In der Pippischlange vor der Dixiklo-Kolonie trafen wir auch Kat, die mit ihren Vereinsleuten allerdings einen Tempolauf auf dem Plan hatte und deshalb uns nur einen kurzen Hallo-Viel-Spaß-Euch-Knutscher auf die Wangen drückte und mit den Ihren in der Masse verschwand.

So langsam wurde es auch für Christina und mich Zeit. Also zogen wir die warmen Klamotten aus, packten sie in die Rucksäcke und übergaben sie unserem persönlichen Gepäckmeister Rouven. Für alle, die nicht so einen Super-Privat-Service haben, bestand aber die Möglichkeit das Gepäck nach Startnummer sortiert in LKWs abzugeben, die dann zum Ziel gefahren wurden, da dieser Halbmarathon kein Rundkurs ist.

Noch schnell musste unser Super-Privat-Service Rouven das obligatorische Vor-Start-Bild von Christina und mir machen, dann hieß es warmlaufen und ab in den Startblock. Christina in der ersten Startwelle bei 1:45:00 Zielzeit und ich in der zweiten Startwelle, in Reichweite der 2:00:00 Pacemaker.

Start des 3. Viactiv Rhein City Runs

Pünktlich um 9:30 Uhr Start der ersten Welle. 4 Minuten später mein Start. Alles gut soweit, kein großes Gedrängel, gutes Tempo, schön wenn ich das so halten kann und alles wie gewünscht läuft. Das waren zumindest meine Gedanken auf den ersten Kilometern. Dass ich es wirklich in 2 Stunden schaffen könnte, glaubte ich selber nicht, denn ich kann mich ganz gut einschätzen und kenne meine Zeiten in Trainingsläufen. Aber vor allem kenne ich den Einfluss von Sonne und in diesem Fall viel Sonne und noch mehr Wärme auf meine Laufzeiten. Ich bin einfach kein Sommerläufer. Gib mir 13 Grad und ab und an leichter, erfrischender Nieselregen und ich fühle mich wohl. Nicht ohne Grund habe ich mir den Halbmarathon Mitte Oktober ausgesucht, damit ich einen schönen Herbstlauf bei typischem niederrheinischen Grau-Mischmasch-Wetter habe: Denkste. 20 Grad bereits kurz nach dem Start. Die Strecke führt größtenteils am Rhein entlang durch die Sonne, kaum Schatten. Bei 13 Grad Oktoberwetter eigentlich top. Bei 26 Grad eher ungünstig, zumindest für mich. Aber hey, oh Wunder, ich halte mein Tempo konstant zwischen 5:30 und 5:45 und behalte den 2-Stunden-Mann im Blick.

Hinterm Aschlöksken wird es böse

Nach 11 km ist bei mir Schluss. Mir ist definitiv zu warm. Das Tempo kann ich nicht mehr mithalten, bzw. ich will mich nicht kaputt machen – für was auch? Ab jetzt laufe ich nur noch einen Schnitt zwischen 5:45 und 6:10. Dabei ist es für mich noch erträglich bzw. ich kann dabei halbwegs die Schönheit der Strecke genießen, von den freundlichen Schiffern auf dem Rhein, die uns Läufer ebenfalls anfeuern, Notiz nehmen, das ein oder anderen Danke an die zahlreichen Fans entlang der Strecke rufen oder Kinderhände am Wegrand abklatschen. Es ist wirklich relativ viel los entlang der Strecke, so dass es doch kurzweilig ist – zumindest bis es in das böse Feld geht.

Aus dem Vorjahr wusste ich schon, wie schlimm das letzte Drittel wird. Entlang des Rheins war es zwar auch heiß, aber bei Kilometer 13, hinterm Aschlöksken verlässt man den Rhein und die Stecke geht in Schleifen durchs Feld. Von nun an sieht man die endlos erscheinende Läuferschar vor und hinter sich, aber am Schlimmsten ist der nicht enden wollende Feldweg mit massivem Gegenwind. Am Rhein hatte man dank Rückenwind von selbigem nicht viel mitbekommen, aber auf dem offenen Feld trifft der einen mit voller Wucht. Für mich bedeutet das leider, dass ich noch mal etwas langsamer geworden bin. Den 2-Stunden-Pacemaker konnte ich aber dank der Wegschleifen durch das Feld noch mal sehen. Was mich aber richtig freute und motivierte: Den 2:15-Pacemaker konnte ich hinter mir noch nicht entdecken – yeah!

Auf der Strecke bleiben

Was mich auf den letzten Kilometern durchs Feld und auch nachher auf der Landstraße aber wirklich geschockt hat, ist die Tatsache, dass sehr viele Läufer zusammengebrochen sind. Die Martinshörner der Rettungswagen waren ständig zu hören. Ich habe viele Sanitäter gesehen, die entlang der Strecke zu Läufern rannten, die offensichtlich irgendwo liegen geblieben waren. Auch sehr oft habe ich Zuschauer an der Strecke gesehen, die Läufer stützten oder beruhigten und begleiteten, bis Sanitäter oder Notarzt eintraf. Je näher ich dem Ziel kam, desto mehr Zusammenbrüche und Kotze nahm ich war. Mir selber ging es total gut, ich konnte auf den letzten Kilometern wieder mein Tempo zwischen 5:45 und 6:00 halten bzw. sogar die allerletzten knapp 300 Meter sprinten.

Zielzeit: 2:09:15!!!! Meine bisher absolute Bestzeit beim Halbmarathon. Für mich ein Zeichen, dass ich mich gut kontrolliert hatte, gut zwischendrin versorgt hatte und alles richtig gemacht hatte, indem ich mein Tempo etwas gedrosselt habe, um gesund durch zu kommen. Klar, die 2-Stunden-Marke hatte ich deutlich verfehlt, aber meine Erwartung hat sich dem Zustand meines Körpers während des Laufes eben angepasst. Ich habe nicht versucht meine Wunschzeit auf Biegen und Brechen zu erreichen – zumal ich gerade Letzteres echt eklig finde. Der Muskelkater und die doch wirklich extremen Verspannungen an den Folgetagen, sind für mich Beweis genug, dass ich mal wieder meine Grenzen überwunden habe. Aber ich bin eben nicht komplett kaputt, wie so viele Mitläufer auf dieser Strecke. Ich frage mich dann immer, wie sowas passieren kann? Laufen die zum ersten Mal so eine Strecke? Oder ist das wirklich Pech? Hatte ich jetzt nur Glück, dass alles so gut für mich ausgegangen ist?

Ich bin jedenfalls in gewisser Hinsicht demütig und dankbar, diese Leistung aus mir herausgeholt zu haben. Zum Abschluss dieses für mich tollen Laufs gab es dann mit Christina und unseren beiden Super-Privat-Service-Männern – Christinas Freund hatte sie auf der zweiten Hälfte der Strecke mit dem Rad begleitet und mit Wasser und Gel versorgt – verdiente After-Race-Frietjes. Wie immer.

Bis bald,
eure Kia

 

 

 

 

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