Weihnachtsschlemmerei 2017 – geht auch vegan

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Es begab sich im Jahre 2017 zu Beginn des Monats Dezember, dass an mich der Wunsch getragen wurde, dieses Jahr das Festessen des Heiligen Abends bei uns auszurichten: Rouven, seine Eltern, seine Schwester und ihr Freund – alle, bis auf Rouven und mich, eingefleischte Weihnachts-Gourmets. „Ja, klar, kein Problem“ hörte ich mich am Telefon sagen, während mir unmittelbar alle Gesichtszüge entglitten. Noch nie hatte ich Weihnachten kochen müssen und erst recht noch nie für die komplette Schwiegerfamilie und schon mal gar kein Menu. Die erste Woche war ich wie gelähmt, vermutlich wartete ich auf ein kleines Weihnachtswunder oder eine Erleuchtung, doch dann fing ich an, meine favorisierten Blogs zu durchforsten und mir ein Menu zusammenzustellen, natürlich vegan.

Vegan? Aber Weihnachten kann man doch mal eine Ausnahme machen, oder?

Seit nun 5 Jahren ernähre und lebe ich weitestgehend vegan. Ausnahmen mache ich nur, wenn ich irgendwo zu Besuch bin und meine Gastgeber nicht vegan kochen, dann esse ich auch schon mal vegetarisch, aber immer ohne Sahne, denn die vertrage ich überhaupt nicht. Demnach kommt für mich auch an Weihnachten natürlich nichts anderes auf den Tisch, als veganes Essen. Wenn man es aber, wie in meinem Fall, mit Fleischliebhabern zu tun hat, setzt einen das doch schon unter Druck. Ich trete also an, den Beweis zu erbringen, dass man auch mit veganen Lebensmitteln ein sehr leckeres Essen zubereiten kann, ohne dabei auf Tofu, Seitan und Co. zurückgreifen zu müssen. Frisch und aus einfachen, allseits bekannten Zutaten soll es sein, so wie ich am liebsten koche, ohne künstlichen SchnickSchnack: Ehrliche, vegane Küche und dabei weihnachtlich und festlich. Da ich nicht die beste Köchin bin, sollte es vor allem auch einfach sein, so dass ich nicht tagelang in der Küche gefangen bin.

Einfach aber besonders kombiniert

Als erstes entschied ich mich für ein Hauptgericht und dann für eine meiner Meinung nach dazu harmonisierende Suppe sowie Dessert. Da alle Rezepte lediglich von mir im Netz erschnüffelt wurden und nicht von mir stammen, findet ihr im Folgendem die jeweiligen Links, klickt sie gerne an und schaut euch die tollen Fotos an – die habe ich vor lauter Aufregung nämlich vergessen zu machen – und lasst euch für weitere Gerichte inspirieren.

Der erste Gang war eine Birnen-Kartoffel Suppe mit Ingwer-Schnee und Pumpernickel-Croutons, gefunden auf Rapunzel in the kitchen von Birte, der veganen Küchenfee. Möglicherweise geht es nur mir so, aber ich habe, wenn ich „Pumpernickel“ lese, in meinem lustigen Hirn immer ein kleines Karnickel mit Mega-Bizeps vor Augen. Abgesehen von diesem lustigen Bild, hat es Spaß gemacht meine Gäste erraten zu lassen, woraus diese Suppe besteht – es ist niemand drauf gekommen, aber alle waren begeistert. Und ich auch, denn die Suppe ist wirklich sehr einfach nach zu kochen und darüberhinaus von den Zutaten auch günstig – um damit direkt ein weiteres Vorurteil von „vegan“ zu entkräften, denn vegan muss nicht teuer sein. 

Das Hauptgericht: Maronen-Nussbraten mit Steinpilzsauce an Ofen-Rosenkohl mit Granatapfelkernen und Tagliatelle, habe ich von Leas Blog Veggi.es. Bisher hatte ich noch nie die Kastenform für einen Braten genuzt – auch habe ich noch nie zuvor einen Braten gemacht, weder vegan, noch in meiner Nicht-Veganen-Vergangenheit. Die „Braten-Masse“ erschien mir so viel, dass ich Zweifel hatte, dass alles in meine kleine Auflaufform passt. Also düste Rouven in meinem Kochwahn als mobiles Sondereinsatzkommando zu seinen Eltern, um eine weitere Auflaufform auszuleihen. Ich war wirklich der festen Überzeugung, dass wir einfach nur eine kleine Form haben und das Rouven mit einer vernünftigen, normalgroßen Form zurückkommen wird: die Form war genauso klein. Also fing ich an die Masse in unsere kleine Form zu füllen und siehe da: es passte alles ohne Probleme rein. Ich habe einfach unterschätzt, dass die Bratenmasse noch „gequetscht“ wird, um wirklich einen festen, schnittfähigen Braten zu ergeben. Zusätzlich zum Rosenkohl gab es für Rouven und seine Mama, die beide keine Rosenkohl-Fans sind, Apfel-Rotkohl mit Merlot, Orangensaft und Zimt, gefunden in dem extra zu Weihnachten zusammengestellten Xmas-PDF von Katja von Veganliebe. Das Rezept für den Rotkohl ist von Veganpassion, Stina Spiegelberg, auch hier lohnt sich ein Besuch auf ihrem leckeren Blog. Suppe und alles für den Hauptgang (bis auf den Rosenkohl) bereitete ich schon am Vortag zu, so dass ich das nur noch an Heilig Abend aufwärmen brauchte – gerade Suppen, Saucen, Rotkohl und Braten schmecken meist am nächsten Tag noch besser, wenn alles so richtig gut durchgezogen ist.

Zum Abschluss gab es eine Spekulatius-Creme mit Quitten-Nashi-Kompott von der wunderbaren Nicole Just. Wobei es da ein kleines Problem mit dem Spekulatius-Gewürz gab: das hatte ich zwar eingekauft, aber das Tütchen mit dem Gewürz versteckte sich zwischen den gestapelten Tellern im Schrank, so dass es nur eine weihnachtliche Vanille-Zimt-Creme wurde. Das Spekulatius-Gewürz hat sich dann übrigens, als ich den Tisch gedeckt habe, wieder gezeigt – zu spät.

Weihnachten mit Happy Ent

Am Ende sind alle satt und zufrieden und der Beweis ist erbracht: Man kann auch – oder erst recht – an Weihnachten vegan essen, zumal Weihnachten, das Fest der Liebe, noch schöner ist, wenn man auch den Tieren zu liebe selbige am Leben lässt. Was gab es bei Euch an Weihnachten zu essen? Ist es für Euch denkbar an Weihnachten auf Fleisch und jegliche tierische Erzeugnisse zu verzichten? Eure Kia




KategorieFoodlovers
Kia

von

Ich bin Kia – eigentlich Saskia – und schreibe hier über meine persönlichen Erfolge, Misserfolge, und Freuden meines Alltags. Ich bin gerne an der frischen Luft und fühle mich pudelwohl, wenn ich mich bewegen kann. Hauptsache kein Stillstand.

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