Viactiv Rhein City Run – Halbmarathon

Kommentare 1

Im Sommer habe ich einen Startplatz für den Halbmarathon von Düsseldorf nach Duisburg ergattert und mir zum Ziel gesetzt, diese Strecke unter 2 Stunden zu laufen.Soweit der Plan. Gesundheit, Zeit und neuer Job haben mir allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach meinem Triathlon in Sassenberg und unserem anschließenden Schweizurlaub, wollte ich mich wieder mehr auf Laufen fokussieren. 15 km im lockeren Tempo konnte ich gut laufen. Den „Unter-2-Stunden“ Trainingsplan von Herbert Steffny hatte ich mir schon in meinen Kalender geladen. Die letzten 6 Wochen vor dem Lauf sollten schön intensiv werden, mit Tempotraining und so weiter. Intensiv wurde es, aber nicht laufintensiv. Nach dem Wanderurlaub in der Schweiz und einer 70 km RTF war mein linkes Knie außen sehr schmerzhaft. Ich konnte zwar noch gehen, aber Treppensteigen und Joggen war unmöglich, also verordnete ich mir erst mal eine Zwangspause, walken war das einzige, was ich über einen Zeitraum von knapp 1,5 Wochen machen konnte. Zusätzlich hatte ich im September einen neuen Job angefangen, der mir in der Eingewöhnungsphase doch sehr viel abverlangte – mehr als ich mir eingestand. Und last but not least haute mich knapp vor Ende September eine heftige MagenDarm-Infektion aus den Schuhen – so krass hatte ich das noch nie. Ich lag eine Woche komplett flach und musste nach 2 Tagen Brechen und Durchfall erst mal Infusionen beim Arzt bekommen, danach ging es langsam aufwärts. Sobald das überstanden war, fing mein Laufplan wieder an. Um auf meine 4 Trainingseinheiten zu kommen, lief ich selbst morgens vor der Arbeit – ich bin das absolute Morgenmuffel, vor 7 Uhr laufen ist echt eine Qual für mich. Geplant war auch Ende September den 20 km Run&Walk in Brüggen mit meiner Freundin und ehemaligen Arbeitskollegin Christina mitzulaufen. Christina hat dort das 6:30-Tempohäschen gegeben, aber daran war für mich gar nicht zu denken, also bin ich schweren Herzens nicht gestartet. Stattdessen bin ich direkt von zuhause losgelaufen, ab in den nahen Duisburger Wald und dann zum Entenfang, Sechs-Seen-Platte, Regattabahn und zurück nach Hause. Immerhin bin ich eine 16km Strecke gelaufen und war mir sicher, dass ich es mit etwas Glück und guter Tagesform beim Halbmarathon doch noch in meiner angestrebten Zeit schaffen könnte, schließlich hatte ich noch 3 Wochen Zeit. Aber wie ich so schön sagte: „last but not least“ und zu guter Letzt kam dann auch noch eine fette Nebenhöhlen- und Mandelentzündung angeflogen. Scheinbar schreit mein Körper immer ganz laut „Hier“, wenn Viren und Bakterien ein neues Zuhause suchen. Ätzend. Also wieder im Training ausgebremst.

Halbmarathon am Rhein – Run with a view

Nach einer wirklich miserablen Vorbereitungsphase – am letzten Wochenende vor dem Halbmarathon hab ich immerhin im Training locker und langsam die 20 km voll gemacht – hieß es dann für mich am 15.10. morgens um 9 ab nach Düsseldorf. Mein allergrößter Fan und Unterstützer – mein Mann – packte mich ins Auto und fuhr mit mir zur Theodor-Heuss-Brücke. Es war echt frisch morgens und irgendwie konnte ich kaum glauben, dass die vorhergesagten sommerlichen Temperaturen von 25 Grad wirklich eintreffen, aber sicherheitshalber hatte ich kurze Klamotten angezogen. Mit ein Grund, weshalb ich ursprünglich dachte, ich könne die Halbmarathon-Strecke von 21,7 km unter 2 Stunden laufen, war der, dass ich kühle Temperaturen mag. Wenn ich schon schwitze bevor es mit laufen losgeht, sagt irgendwas in meinem Körper „ohne mich“. Also 7-10 Grad ist meine Lieblingstemperatur für lange Läufe, gerne auch ab und an Nieselregen. Fantastisch! Tja, Pech, jetzt hatten wir halt mitten im Oktober Sommer. Und der Wetterfrosch hat Recht gehabt. Aber von meiner Zielzeit hatte ich mich ja innerlich eh schon verabschiedet und somit hab ich mich einfach mal entspannt bei dem 2:15 Tempoläufer aufgestellt – leider habe ich erst beim Start und die ersten 5 Kilometer danach festgestellt, dass sich die meisten Menschen falsch einschätzen und zu schnell bzw. zu weit vorne in der Startaufstellung aufstellen – zum Kotzen, wirklich, weil ich habe erst mal die ersten 5 km damit verbracht Leute zu überholen. Da habe ich mir geschworen: Bei meinem nächsten Lauf stelle ich ich mich auch weiter nach vorne, um diesen Fehleinschätzern zu entgehen. – Ich könnte mich darüber noch weiter aufregen, aber so viel Raum will ich diesen Idioten auch nicht geben. Außerdem schmälert es den herrlichen Lauf. – Die Halbmarathon-Strecke verlief fast die komplett am Rhein entlang, oder sagen wir etwa 15 km. Es war fantastisch. Super Sonne, blauer Himmel, gute Stimmung bei den Läufern, noch nicht ganz so heiß, oder zumindest nicht so heiß als dass ich mein Verpflegungswasser, das ich mir umgeschnallt hatte, hätte trinken müssen.

Die Verpflegungsstationen waren perfekt mit Wasser ausgestattet, nirgends wurde gedrängelt und ich bin tiefenentspannt mitgelaufen und habe alles genossen – es war so ein bisschen wie Wandertag und Kaiserswerth hatte ich gar nicht so hübsch in Erinnerung. Und die Leute um mich herum hatten auch alle Spaß. Doch dann hatte ich bei Kilometer 18, als die Strecke lustlos durch die Felder, weit ab vom Rhein, führte, irgendwie einen Einbruch. Hier überholte mich auch der Tempoläufer mit dem 2:15 Luftballon. Zum Glück bin ich ich auf sowas gut vorbereitet und ich hatte mehr Gel dabei als ich normalerweise brauche – planmäßig hatte ich mir bei Kilometer 12 eins reingepfiffen und bin davon ausgegangen, dass das reichen wird. Naja, ich hab mir also das andere Gel auch reingezogen und bin weitergelaufen. Einen Kilometer später lag eine Frau kollabiert am Wegrand, es waren aber schon Sanitäter bei ihr – Glück gehabt. Die letzten 2 Kilometer waren dann doch etwas anstrengend für mich, wobei der Zielkilometer dann wieder von alleine lief. Zielzeit 2:16

Unter den Vorzeichen bin ich sehr happy mit dieser Zeit. Auch wenn das nicht meine schnellste Zeit war, so habe ich immerhin nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern habe das beste draus gemacht was in dem Moment möglich war. Ich bin an den Start gegangen und hab den Lauf durchgezogen. Ich bin kein Profisportler, verdiene meine Brötchen mit einem anderen Job, der mich ebenfalls viel Zeit kostet. Darüber hinaus habe ich das große Glück, dass mein Mann mich immer bei meinen sportlichen Zielen unterstützt und daran keine Bedingungen knüpft. Ich bin sehr ehrgeizig und es ist für mich nicht leicht, wenn ich meine eigenen Ziele nicht so erreiche, wie ich sie mir gesetzt habe, wenn ich an meinem Körper scheitere, aber dann führe ich mir vor Augen, weshalb ich das eigentlich alles mache: zum Spaß, für Gesundheit und ein möglichst glückliches Leben. Das macht ich dankbar, für das was ist. Dankbar für diese schönen Momente.

Wie geht es Euch mit euren Zielen und eurem Ehrgeiz, mit vermeintlichen Niederlagen?

Kommentar 1

  1. Pingback: Viactiv Rhein City Run 2018 – Halbmarathon - Kia and the Kat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.